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Weg

STADTBUMMEL ZUR ERKUNDUNG VON FIGUERES


1. Halt - 2. Halt - 3. Halt - 4. Halt - 5. Halt  - 6. Halt

 

Thematik Geschichte, Architektur, Kultur.
Ort Historischer Ortskern.
Sehenswürdigkeiten Rambla, Jugendstilgebäude, Narcís-Monturiol-Denkmal, Plaça de la Font Lluminosa, Plaça de Catalunya, Plaça del Gra, Schlachthof, Geburtshaus von Dalí, Plaça de l’Ajuntament, Carrer de la Jonquera, Plaça Gala i Salvador Dalí, Kirche Sant Pere, mittelalterliches Judenviertel.
Dauer Ungefähr 2 Stunden.
Bemerkungen Es wird empfohlen, einen Stadtplan mitzuführen (im Fremdenverkehrsbüro erhältlich).
Wichtige Anschriften und Rufnummern Fremdenverkehrsbüro. Plaça del Sol Tel. 972 503 155
Stadtverwaltung Figueres. Plaça de l’Ajuntament 2 Tel. 972 500 100

Ausgangspunkt

Der Rundgang beginnt am Fremdenverkehrsbüro von Figueres an der Plaça del Sol, in dem man alle Unterlagen und Informationen erhält, die für einen gelungenen Aufenthalt in der Stadt erforderlich sind. Von hier aus geht es dann jenseits der Nationalstraße N-II weiter in die Carrer Lasauca bis zur Rambla.

 

1. Halt

Die Rambla ist sicher einer der kennzeichnendsten öffentlichen Bereiche im Leben der Stadt Figueres. Zu ihrer Anlage kam es im Jahr 1828 als Folge der Überdeckung des Galligans-Baches.

Auf diese Weise konnten damals die durch diesen Wasserlauf verschärften hygienischen Probleme beseitigt und die bis dahin durch den Bach zweigeteilte Stadt zusammengeführt werden. Die Arbeiten zur Abdeckung des Bachbettes standen unter der Leitung des Militäringenieurs Antoni Lasauca und konnten im Juli 1832 zum Abschluß gebracht werden. Im Jahr 1862 wurden die Platanen gepflanzt, und Ende des 19. Jahrhunderts war die Rambla bereits eine fest ins öffentliche Leben integrierte Flanierstraße, Ort für einen gemütlichen Plausch, für Konzerte, Ausstellungen und Märkte, und die zu beiden Seiten entstehenden Hotels, Restaurants und Cafés zogen Besucher aus nah und fern an.

 

Zwischen den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts und dem spanischen Bürgerkrieg wurden an der Rambla die schönsten zivilen Bauten der Stadt errichtet, wobei die architektonischen Stilrichtungen von Barock über Klassizismus, Eklektizismus, Jugendstil und noucentisme bis hin zum Rationalismus reichen. Im Jahr 1917 kam es unter der architektonischen Leitung von Ricard Giralt Casadesús zur letzten großen Umgestaltung der Rambla, in deren Zuge sie durch die Neuurbanisierung ihres mittleren Bereichs eine neue geometrische Dimension erhielt. Aus dieser Zeit stammt auch das deutlich im Zeichen des katalanischen noucentisme stehende Denkmal für Narcís Monturiol (dem aus Figueres stammenden Erfinder des U-Boots), ein Werk des Bildhauers Enric Casanovas, das sich im unteren Abschnitt des mittleren Rambla-Bereichs befindet.

Architektonisch interessanteste Gebäude längs der Rambla sind die Casa Polideseia (1864), ein von Josep Roca i Bros erbautes klassizistisches Haus (Hausnummer 15), das Jugendstilhaus Casa Cusí (1894) von Josep Azemar (Hausnummer 20), das Jugendstilhaus Casa Puig-Soler (1901) von Josep Azemar (Hausnummer 27), das Jugendstilhaus Casa Salleras (1901) von Josep Azemar (Hausnummer 16), die Casa Pagès (1928) von Josep Duran i Reinals im Stil des katalanischen noucentisme (Hausnummer 21) und das Jugendstilhaus Casa Caselles (1930) von Joan Gomà Cuevas (Hausnummer 22).

 

2. Halt

Von der Rambla aus kommt man durch eine nur Fußgängern vorbehaltene kleine Gasse, die Carrer del Forn Nou, zur Plaça Josep Pla mit dem Filmtheater Teatre Municipal El Jardí. Im Zentrum des Platzes befindet sich ein von Josep Ministral geschaffenes Denkmal für Josep Pla, einem mit Figueres eng verbundenen Schriftsteller, der hier oft zu Gast war und immer wieder die ausgezeichnete Küche der Stadt zu loben wußte. Dominiert wird der Bereich vom Gebäude des Teatre Municipal El Jardí, ein 1914 von Llorenç Ros i Costa im Zeichen des Jugendstils erbautes Filmtheater. Von hier aus geht es weiter durch die Carrer del Forn Nou bis zur Carrer Nou, zur Plaça Ernest Vila (bei den Einheimischen auch als Plaça de la Font Lluminosa bekannt), zur modernen Plaça de Catalunya und schließlich zur Plaça del Gra.

 

3. Halt

Auffallend an der Plaça del Gra, dem Getreideplatz, ist ihre einmalige Struktur: einfach, aber höchst effektiv. Wie sein Name bereits andeutet, wurde der Platz zum Schutz des Getreidemarkts vor den Unbilden des Wetters angelegt. Das 1887 in Angriff genommene Projekt umfaßt 36 Eisensäulen, die eine große Dachstruktur tragen. Früher Treffpunkt für Händler und Käufer aus dem gesamten Alt Empordà, findet hier heute nur noch dienstags, donnerstags und samstags ein großer Lebensmittelmarkt statt. Durch die Carrer Concepció geht es nun weiter bis zur Plaça de l’Escorxador.

 

4. Halt

Der frühere städtische Schlachthof wurde im Jahre 1902 ganz im Zeichen des Jugendstils vom Architekten Josep Azemar errichtet, der auch an der Rambla mit einer Reihe von Häusern vertreten ist. Heute wird die Anlage nicht mehr als Schlachthof genutzt, sondern dient zum einen als Austragungsort von kulturellen Veranstaltungen und zum anderen als Fischmarkt.

Im weiteren geht es nun in die Carrer Monturiol, in der am 11. Mai 1904 Salvador Dalí das Licht der Welt erblickte. Sein Geburtshaus trägt die Hausnummer 20 und wurde vor kurzem von der Stadtverwaltung erworben. Nun kehren wir zur Rambla zurück und schlagen dort die Carrer Girona ein. Wir überqueren die Plaça de l’Ajuntament und setzen unseren Bummel durch die Carrer de la Jonquera fort, deren Häuser einen deutlich französischen Eindruck machen und so an die nahe Grenze zum Nachbarland jenseits der Pyrenäen erinnern. Kurz vor der Carrer Canigó führt links eine Treppe zur Plaça Gala i Salvador Dalí, an der sich das Theater-Museum Dalí befindet.

 

5. Halt

Gleich daneben stoßen wir auf die Kirche Sant Pere, sicher eines der in architektonischer Hinsicht interessantesten Bauwerke der Stadt. Im Umkreis um diese urkundlich zum ersten Mal im Jahre 1020 erwähnte Kirche bildete sich der mittelalterliche Kern von Figueres heraus. Der Bau selbst dürfte über einer früheren frühchristlichen Kirche entstanden sein. Von der ursprünglichen romanischen Anlage (10. und 11. Jahrhundert) sind heute nur noch Reste der nördlichen Mauern mit einer Schießscharte auf der linken Seite des Kirchenschiffs in unmittelbarer Nähe des Glockenturms zu sehen. Ende des 14.Jahrhunderts befahl König Peter der Feierliche den Bau einer neuen, dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend gotischen Kirche.

Dieser mit Strebepfeilern versehene einschiffige Bau reichte mit seinem Kreuzbogengewölbe bis an das heutige Querschiff heran. Im Jahr 1578 wurde das im klassizistischen Stil gehaltene Hauptwerk errichtet, dessen großes Ochsenauge das gesamte Kirchenschiff mit Licht erfüllt. In der Folge kam es zu zahlreichen Erweiterungen (1678 begann man an der Nordflanke mit dem Bau der der Schmerzensmutter geweihten Kapelle) und Umbauten. Im Bürgerkrieg brannte die Kirche aus und wurde zum Teil auch abgerissen, bis die Stadtverwaltung dann 1941 den Wiederaufbau in Angriff nahm.

 

6. Halt

Unser letztes Ziel auf diesem Erkundungsgang durch Figueres ist die Carrer Magre und die Plaça de la Llana. Hier befinden wir uns in einem der ältesten Bereiche der Stadt, in dem im Mittelalter die jüdische Bevölkerung wohnte. Die Juden hatten sich in Figueres in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts niedergelassen, nachdem der Infant Peter sie mit dem Versprechen einer fünfjährigen Steuerfreiheit und einer Zuteilung von ein wenig Ackerland ins Land gerufen hatte. Auf diese Weise entstand der sogenannte Call, das Judenviertel, das eine eigene Fleischerei und eigene Bäckereien hatte. Die Isolierung dieses Viertels in bezug auf die restliche Ortschaft reichte so weit, daß man es nachts zur Vermeidung von Streitigkeiten einfach abschloß, ja daß die Häuser auf der zur Kirche hingewandten Seite nicht einmal Türen und Fenster hatten. Von diesem Punkt aus erreichen wir über die Pujada del Castell oder die Carrer Sant Pere erneut die Rambla, auf der unser Rundgang endet.

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